|
Projektbeschreibung „Dialog der Religionen und Kulturen“
In unserem heutigen Deutschland wachsen Kinder aus der ganzen Welt auf. Ihr
Erfahrungsbereich und ihre Lebensweisen entstammen den unterschiedlichsten
Kulturen und Traditionen. Integration unter Bewahrung der eigenen religiösen und
traditionellen Identität auf der Grundlage einer freiheitlich aufgeklärten
Gesellschaft, also auf der Grundlage unseres Grundgesetzes, das jedem einzelnen
ein Höchstmaß an persönlicher Freiheit garantiert, wäre eine Chance, könnte zum
Motor der geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes
werden, aber auch zur Lösung demographischer Probleme führen, wie mehrere
Studien aufzeigen. Es gilt in unserer Gesellschaft eine gemeinsame Sprache zu
finden. Dass diese Visionen nicht Utopie bleiben, dafür kämpfen wir. Zusammen
mit der Israelitischen Kultusgemeinde, im Kontext mit katholischen und
evangelischen Organisationen, aber auch islamischen Verbänden wollen wir mit
Hilfe des Mediums Film jungen Menschen Orientierungshilfen geben für einen
gemeinsamen Weg in die Zukunft unseres Landes. Ein wichtiger Brückenschlag im
Bewusstsein unserer Historie.
Ganz aktuell haben wir dazu erstmals einen Filmwettbewerb für Kinder und
Jugendliche ins Leben gerufen, indem wir den 12- bis 18-jährigen vorschlagen,
Teams zu bilden, um brisante Themen ihrer Wahl, ihres Umfeldes und Alltags als
Kurzfilm zu gestalten. Filme über Gemeinsamkeiten, die sie verbinden und
Unterschiede, die sie an den anderen entdecken – Gemeinsamkeiten und
Unterschiede aufgrund ihrer kulturellen oder religiösen Herkunft. Im Rahmen
dieses Projektes arbeitet der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. sehr eng mit
dem Jugend- und Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und
Oberbayern zusammen. So unterstützt uns das dortige Jugend- und Kulturzentrum
mit seinen Kontakten zu Jugendzentren anderer Religionsgemeinschaften,
Modellgruppen zu motivieren, in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit ebensolche
Kurzfilme zu drehen. Ein solches Filmemachen kann somit zur
Sozialisierungsinstanz werden. Neben den Jugendzentren sind alle bestehenden
Jugendfilmclubs dazu aufgerufen, sich zu beteiligen. Dieses neue Projekt in
unserer Jugendarbeit nutzen wir gleichzeitig dazu, den bestehenden Projekten
neue Energie und neue Schubkraft zu verleihen, denn die Informationen zum
Wettbewerb gehen aktuell an zahlreiche Schulen in ganz Bayern, um neue
Jugendfilmclubs ins Leben zu rufen. Die Einbindung in die Jugendkinotage – Die
Brücke sorgt dafür, dass das Engagement der Kinder und der Jugendlichen auch die
öffentliche Würdigung erfährt, die es verdient.
Am 19. November starten wir mit den „Jugendkinotage – Die Brücke“ in
München,
Nürnberg,
Oberstdorf und
Cham in der
Oberpfalz, einem wichtigen neuen Standort für das Filmland Bayern. Einige Tage
vor dem Start werden wir in München eine Pressekonferenz zusammen mit der
Israelitischen Kultusgemeinde, Vertretern anderer Religionsgemeinschaften, dem
KM und Filmpaten geben. Unsere Endveranstaltung wird am 13. Dezember ca. 18°°
Uhr im Hubert- Burda- Saal der Synagoge am St. Jakobsplatz sein, wo wir erstmals
auch die
Preisträgerfilme
der Schülerinnen und Schüler vorstellen werden.
Anlässlich der Deutschen Filmtage in Kapstadt unter dem Motto „Frieden und
Freiheit“ wurde der Film „Verstörung – und eine Art von Poesie Die Filmlegende
Bernhard Wicki“ von Elisabeth Wicki-Endriss eingeladen. Rund um das Cap leben
ca. 300 000 Deutsche. Der Freistaat Bayern unterhält seit 1995 eine
Partnerschaft mit der südafrikanischen Provinz Westkap. An der deutschen Schule
von Kapstadt wurde vor ca. 170 fünfzehn- bis siebzehnjährigen Schülerinnen und
Schülern eine Lesung und Diskussion aus dem gerade im Henschel Verlag erschienen
Bildband gleichen Titels veranstaltet mit dem Schwerpunkt auf die deutsche
Geschichte des letzten Jahrhunderts. Die Heranwachsenden waren so begeistert,
dass sie baten, sie bei der Gründung und der Entwicklung von Jugendfilmclubs zu
unterstützen und spätestens im nächsten Jahr ihren Filmbeitrag bereits bei dem
„Jungendfilmpreis – Die Brücke“ einreichen zu dürfen.
Auch das ist ein wunderbarer Brückenschlag, in unserem Partnerland über unsere
deutschen Filme Inhalte zu vermitteln, vor allem aber auch deren enormen
Wissensdurst nach Aufklärung unserer Historie des letzten Jahrhunderts und der
deutsch- deutschen Geschichte zu stillen. |